Fachkunde für Vorderlader in Eningen

Laden & Wiederladen

Vorderlader & Perkussions-hinterlader

Wir vermitteln Ihnen

  • etwas Geschichte
  • die erfordelichen, rechtlichen Kenntnisse für das Laden und Wiederladen von Patronen sowie
  • den sicheren Umgang mit Treibladungsmittel
  • das Einstellen und Verwenden von Ladeequipment zum Laden und Wiederladen
  • Die Vorbereitung der Ladekomponenten wie
    • Patronenhülse
    • Anzündhütchen
    • Pulver
    • Geschoss
  • das finden der richtigen Laborierung für Ihre Munition
  • die Beurteilung der ersten Versuchspatronen
  • UND das Fertigen auch exotischerer Patronenmunition für z.B. Zündnadelgewehre oder Patronen mit Schwarzpulver als Treibladungsmittel

Wir stellen Ihnen vor

  • die geschichtliche Entwicklung
  • die erfoderlichen rechtlichen Kenntnisse für den Umgang mit Schwarzpulver und Vorderladern
  • die Wahl des richtigen Treibladungsmittels bzw. Schwarzpulvers und dessen Eigenschaften
  • Berechnung der richtigen Treibladungsmenge
  • Wahl des passenden Geschosses
  • sicheres Laden und Schießen mit Vorderladern
  • Herstellen von Munition mit Schwarzpulver für und Umgang mit Perkussionshinterladern
  • Pflege und Reinigung der Waffen

Kombi-Kurs Vorderlader & Wiederlader

Wenn man die Geschichte der Waffenentwicklung betrachtet, stellt man fest, dass eine klare Trennung zwischen Vorderladern und Waffen für Patronenmunition nicht möglich ist. Die Entwicklung ging fließend ineinander über.
Für die Rechtslage ist entscheident, ob das Anzündmittel/-hütchen in der Patrone enthalten ist, oder nicht. Mit enthaltenem Anzündhütchen handelt es sich um erlaubnispflichtige Waffen mit Patronenmunition (also auch Zündnadelgewehre mit Papierpatronen), ohne dieses handelt es sich um Perkussionswaffen oder Vorderlader (Steinschloss, Luntenschloss oder Perkussion).
Die rechtliche Lehrgangsinhalte sind ohnehin für Vorderlader und Wiederlader identisch. Daher bieten wir Kombikurse an. Auf Anfrage kann natürtlich auch ein Teil entfallen (z.B. für Jäger), was die Kursdauer jedoch leider nicht relevant verkürzt.

Kursdauer

Der Gesetzgeber hat für Kombikurse die Dauer auf mittlerweile 3 Tage fest gelegt, für Einzelkurse 2. Das gibt uns und Ihnen reichlich Zeit, neben der reinen Prüfungsvorbereitung auch umfangreich auf die anschließende Praxis vorzubereiten. Diesen Vorteil werden wir ausgiebig nutzen und Ihnen so viel wie möglich von unserer Erfahrung mitgeben und das gelernte zu üben.

Verpflegung

Kaffee, Butterbrezeln zum späten Frühstück und Kaltgetränke sind in der Kursgebühr enthalten.

Unser Anspruch

Wir möchten Sie alle sicher durch die Prüfung bringen und mit einem sicheren Gefühl in die Praxis entlassen. Es dürfen keinen Moment lang Zweifel über Vorgehensweise, Laborierung oder Sicherheit aufkommen.

Etwas Geschichte

Die Entwicklung des Schießpulvers wird gemeinhin den Chinesen zugeschrieben. Dennoch haben sich noch über lange Zeit hinweg die Menschen mit Pfeil und Bogen für Jagd und Krieg beholfen.
Eine Fernwaffe entschied nicht selten über den Jagderfolg oder über den Ausgang einer Schlacht.

Die Verwendung des Schießpulvers erfolgte in Europa zunächst für militärische Zwecke und löste langsam Bogen und Armbrust als “Handfeuerwaffen” ab.
Zunächst waren es kleine Kanonen, die mit Schwarzpulver und Kugel gestopft, unter den Arm geklemmt und nach ungefährem Zielen mit der anderen Hand (oder eine zweite Person) mit einer Lunte gezündet wurden.
Ein gezielter Schuss und vor allem über große Distanzen war damit freilich nicht möglich. Bald wurde das Kaliber kleiner (nicht jeder Soldat konnte die große Menge Blei bei großen Kalibern tragen) und der Lauf länger. man stellte fest, dass ein Zielen über den Lauf durchaus die Treffsicherheit erhöht und man dazu beide Hände benötigt. Also wurde die Lunte an einen primitiven Mechanismus befestigt, der über ein Scharnier die Lunte “einschwenkte”. Daraus entwickelte sich das Luntenschloss.

Bereits im Altertum wurde der Fortschritt meist durch Faulheit getrieben (heute würde man es LEAN nennen 😉  ) und so wollte man nicht mit Stahl und Feuerstein eine Lunte anzünden und damit das Pulver in Brand setzen, sondern diesen Schritt überspringen und direkt mit dem Feuerstein das Pulver entfachen. Daraus entsprang das Rad- und später Steinschloss.

Noch immer war Treffen aber keine reine Frage des Könnens, sondern immer noch zu einem Gutteil dem Zufall zuzuschreiben. Schuld waren glatte Läufe und unterkalibrige Geschosse. Hierdurch konnte zwar die Waffe oft ohne Zwischenreinigen geladen und abgefeuert werden, aber Innen- und folglich Außenballistik waren nicht für einen gezielten Schuss zu gebrauchen. Früh erkannte man, dass ein gezogener Lauf und ein passendes Geschoss die Präzision deutlich erhöht, aber das Zwischenreinigen, um ein passendes Geschoss in einen verrußten Lauf setzen zu können, wollte niemand in Kauf nehmen. Vielmehr versuchte man durch entsprechende Gefechtsanordnungen in mehreren Reihen kniend und stehend hintereinander die Feuerkraft soweit zu erhöhen, dass rein statistisch die Trefferwahrscheinlichkeit erzwungen wurde. Erst ein Französischer Feldherr namens Miniér erfand ein Geschoss, dass unterkalibrig ist, aber im Schuss durch den Druck aufgeweitet wird. Plötzlich war es möglich auch bei verschmutztem Lauf zu laden und dennoch mit Zügen das Geschoss in Rotation zu versetzen, was die Flugbahn deutlich stabilisierte. Sofort wurden alle Gewehre mit Zügen ausgestattet und die Trefferquote je Schuss stieg dramatisch an. Das warf alle militärischen Strategien komplett über den Haufen und sorgte für eine Kehrtwende in der Kriegsführung.

In dieser Zeit wurde das Knallquecksilber entdeckt und Zündhütchen (heute Anzündhütchen) ersetzten Lunte, Rad und Feuerstein.

Parallel gab es erste Entwicklungen, die das zeitraubende Laden von vorne mit einzelnen Komponenten der Laborierung ersetzte. Es entstanden erste Hinterlader mit Papierpatronen und Messinghülsen. Die Entwicklung ist hier zweigeteilt in Patronen, die das Anzündhütchen enthalten, sog. Zündnadelgewehren und welchen, bei denen das Anzündhütchen auch weiterhin von außen aufgesetzt wurde, die Perkussionshinterlader mit Fallblockverschluss.

Die Entwicklung zur heutigen Patronenmunition und die Weiterentwicklung des Schießpulvers zum sog. Smokeless Powder (Nitrocellulose-Pulver) war dann fließend.

Mehr dazu erfahren Sie im Fachkundelehrgang.

Ausblicke

In Zukunft wollen wir auch das Fachgebiet Böller abdecken.
Die Vorbereitungen sind im Gange.

mit freundlicher Genehmigung der Schützengemeinschaft Bempflingen